29. Oktober 2013

Heute hatte ich erneut ein Gespräch mit Caroline. Ich bin immer überrascht, wenn ich sie treffe. Ihre Erkrankung ist jetzt so “sichtbar”. Jede Woche zehrt an ihrem Körper, der Krebs hat gesiegt. Das weiß ihr Körper und gibt sich selbst auf. So kommt es mir zumindest vor.
Ich habe heute viel Privates mit ihr gesprochen. Unter anderem ging es darum, was ich hier schreibe. Sie hat Bedenken, dass ihr Pseudonym auffliegt. Der Name Caroline ist natürlich nur von mir gewählt worden. Also werde ich mich zukünftig mit Detailinfos etwas zurückhalten .
Ich hoffe, Ihr versteht das.
Ein großes Problem liegt noch in der Tatsache, dass Caroline so gläubig ist. Sie wünscht sich, dass ihr vor ihrem Tod die letzte Beichte abgenommen wird.
Meine spontane Reaktion war die Aussage: “Es kann doch nicht so schwer sein, einen Priester zu finden, der die Beichte abnimmt.” Aber das ist falsch, sie hat schon alles versucht. Spätestens dann, wenn sie bei den angesprochenen Geistlichen das Thema Freitod erwähnt, wird sie abgelehnt.
Ich hätte das nicht für möglich gehalten. Lange habe ich mit Ihr darüber diskutiert.
Nun versuche ich, jemanden zu finden, ihr fehlt die Kraft dazu.
Hier im Blog werde ich veröffentlichen, bei wem ich angefragt habe und wer mit welcher Begründung abgelehnt hat. Ich werde so versuchen, öffentlich diejenigen an den Pranger zu stellen, denen das Eisen ” Freitod” zu heiß ist.
Sollte ich niemanden finden, dann werde ich es machen, wie das funktioniert, weiß ich nicht.
Aber ich werde ihr beim Leben meiner Tochter schwören, alles, was Sie mir im Vertrauen sagt, mit in mein Grab zu nehmen. Und ich werde mich informieren, wie eine Beichte abgenommen wird.

Vor einigen Tagen habe ich mit Carolines Arzt gesprochen. Er kümmert sich wirklich toll um sie und wendet die zur Zeit aktuellsten Schmerztherapien an. Daher ist sie größtenteils schmerzfrei, mit dem Nebeneffekt, dass sie sehr viel schläft.
Ich denke gerade in diesen Momenten an die vielen Erkrankten, die das gleiche Schicksal trifft, die sich aber keinen Privatarzt leisten können …

Das Verschwinden von Stephan

21 .Oktober 2013

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21. Dezember 2013
Martin Bühler

Martin Bühler

Mein Lebensmotto war und ist: Das Leben schreibt die interessantesten Storys.

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