Warum nicht einfach Selbstjustiz?

Warum nicht einfach Selbstjustiz?

Ein Gastartikel von Iris Krumbiegel Die Ereignisse in der Silvesternacht in Köln, in der massiv Frauen bedroht und belästigt wurden, haben Spuren hinterlassen. Plötzlich beginnt man darüber nachzudenken, ob das Kostüm nicht doch etwas zu freizügig ist, welches man zum Karneval tragen wollte. Die Leichtigkeit Feste zu feiern, sich frei unter Menschen zu bewegen, ist in dieser einen Nacht verloren gegangen. Verloren ging ebenso das Vertrauen in unseren Staat, die Polizei, in Gesetze.  Wir fühlen uns im Stich gelassen, während und nach der Tat. Denn Strafen scheint es kaum zu geben. Wie auch? Dazu müsste jemand in der Lage sein, die Täter namentlich zu benennen. Bleibt die Möglichkeit, uns selbst zu schützen. Wir bilden Bürgerwehren, wie es in den sozialen Medien vorgeschlagen wird. Gemeinsam sind wir doch stark, oder? Und wenn es dann einen Unschuldigen trifft, wen stört das schon. Zum einen sind die doch ohnehin alle gleich. Zum anderen
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Stereotype und Vorurteile

Spagettifresser ?

Gastartikel von Brigitte Cleve Martin Bühler machte mir neulich ein freundliches Angebot: Wenn es ein besonderes Thema gibt, das dich im Moment besonders umtreibt, kannst du gerne in meinem Blog etwas dazu schreiben. Mal abgesehen davon, dass meine Gedanken normalerweise vorrangig um das Wohl mir lieber Menschen kreisen und an zweiter Stelle um die Arbeit an einem neuen Romankonzept, gibt es tatsächlich ein Thema, dass mich zur Zeit besonders umtreibt. Es ist das der zunehmenden und mir immer hässlicher vorkommenden Art der Kommunikation zwischen den Mitgliedern von Facebook und Twitter. Von den Ratschlägen meines Mannes, mich entweder von diesen Kanälen wieder zurückzuziehen oder einfach Adressen auszumerzen, die mich zu Widersprüchen reizen, habe ich den ersten gar nicht und den zweiten zu seinem Bedauern nicht gänzlich beherzigt. Ein Rückzug würde bedeuten, den Kontakt zu mir lieb gewonnenen Mitgliedern abzubrechen. Die Selektion von Adressen, die gerne verbal daneben langen, hätte zur Folge,
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Missbrauch hat keine Staatsangehörigkeit, oder doch?

Missbrauch hat keine Staatsangehörigkeit, oder doch?

Mit Entsetzen las ich von dem Missbrauchsskandal bei den Regensburger Domspatzen. Laut einem Bericht des Bayrischen Rundfunks wurden dort von 1953- 1992 etwa 231 Kinder misshandelt und mindestens 50 davon sexuell missbraucht. Die Dunkelziffer liegt weitaus höher. Noch am selben Tag lese ich weitere Artikel. In ihnen wird die Situation am Kölner Bahnhof in der Silvesternacht beschrieben. Auch hier fanden sexuelle Übergriffe statt. Dieses Mal waren junge Frauen die Opfer. Beide Artikel lösen natürlich Emotionen in mir aus. Angefangen von Entsetzen, dass diese widerwärtigen Aktionen überhaupt in einem Land wie unserem, geschehen können, bis hin zu Ekel. Denn die Artikel haben eines gemeinsam. In beiden Fällen werden wehrlose Menschen, auf schändlichste Art gedemütigt und erniedrigt. Und in beiden Fällen kommt ihnen niemand zur Hilfe. Und dennoch gibt es Unterschiede. Während ich bei obigen Eintrag lediglich ein paar wenige Kommentare lese, die ausdrücken, was ich gerade fühle, finden sich bei dem
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Der Deal

BuchDeals

Sicherlich fragen sich einige Autoren und Leser, warum manche Autoren eigentlich eBooks in Sonderpreis-Aktionen anbieten oder sogar ganz verschenken. Das Thema wird immer wieder heiß diskutiert, gerade in Autorenkreisen. Der Sinn einer solchen Aktion ist recht einfach erklärt: Der Autor oder Verlag möchte eine gewisse Aufmerksamkeit für sein Buch erzeugen. Nun gibt es natürlich die Möglichkeit, eine solche Preisaktion in sämtlichen Online-Foren auf den sozialen Netzwerken bekannt zu geben. Doch wirklich Reichweite bringt das keine. Seit nun einem Jahr arbeite ich hier mit buchdeals.de zusammen, einem jungen, dynamischen und kreativen Team. Zum einen wird für alle gängigen Geräte eine App „Buch des Tages“ angeboten, zum anderen ein Newsletter. Die Resonanz dieser Aktionen ist einfach umwerfend und mit keinem anderen Portal vergleichbar. Die Reichweite von buchdeals.de steigt seit Monaten rasant an. Auch wenn ich es mir nicht erklären kann, vor allem die Nachhaltigkeit dieser Aktionen übertrifft immer wieder meine Erwartungen. Selbst
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Wenn der Karren im Dreck steckt

Wenn der Karren im Dreck steckt

Nun bin ich schon seit vielen Jahren auf den verschiedenen Sozialen Netzwerken aktiv. Immer schon gab es heftige Diskussionen, egal ob über Politik, über Bücher oder sonst etwas debattiert wurde. Doch seit der Flüchtlingskrise ist der Ton schärfer geworden. Es gibt eigentlich nur noch extreme Positionen. Entweder faucht der rechte Flügel der Nation oder der linke Flügel. Ich hab’ das Gefühl, dass die wenigsten aus unserem Volk noch ihren Kopf verwenden. Genau das wollen radikale Kräfte doch. Ob das nun Parteien sind, die Zulauf bekommen und die Situation, dass wir ohne selbst zu Denken hetzen, ausnutzen. Oder ob es andere Organisationen sind, die eigentlich genau aus diesem Zustand ihren Nutzen ziehen. Aber was machen unsere Politiker? Sie bereiten den Feldzug gegen den sogenannten Islamischen Staat (IS) vor. Unsere Politiker erhalten ihre Legitimation durch die Wahl, also durch das Volk. Anstatt zu schlichten, wird die momentane Situation schamlos ausgenutzt. Ich habe
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Tschüss, Buchhändler

Tschüss, Buchhändler

Ein paar persönliche Gedanken zur Buchmesse in Frankfurt. Ich bin dieses Jahr der Messe in Frankfurt fern geblieben, diese Menschenmassen muss ich mir nicht antun. Abgesehen davon finde ich die Leipziger Buchmesse für Selfpublisher weit sinnvoller und interessanter. In Frankfurt feiert sich die Verlagsbranche selbst. Hochmut kommt vor dem Fall. Der Zug im Verlagswesen ist längst abgefahren. Wenn auch mit aller medialen Gewalt versucht wird, die Themen eBook und digitaler Vertrieb herunterzuspielen; dem deutschen Buchhandel geht es schlecht, hier ganz speziell dem stationären Buchhandel. Ein Werbeplakat meines örtlichen Buchhändlers mit dem Text „Sie brauchen nicht bis zum Amazonas reisen um Bücher zu bestellen“ wirkt da eher wie ein letzter Hilfeschrei. Ob wir in zehn Jahren noch Buchhändler haben werden? Ich weiß es nicht, aber ich glaube nicht. Zumindest nicht klassische Buchhändler, wie sie in jeder kleinen Ortschaft früher zu finden waren. Ist an dieser Entwicklung Amazon schuld? Nein, ganz und
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Die nächste Leserunde kommt bestimmt

Whatchareadin - das multimediale Bücherforum

Viele meiner Leser, und natürlich auch Kollegen, werden sich noch erinnern, warum ich das Portal „Lovelybooks“ (LB), dem ich viele Jahre treu gewesen bin, als Autor verlassen habe. Der Grund liegt in der Literatur-Selektion, die dort betrieben wird. Wer den Artikel nochmal nachlesen möchte, kann das hier tun: http://autor-martin-buehler.de/die-literatur-selektion-bei-lovelybooks/ Natürlich will ich dennoch nicht auf Leserunden verzichten. Sie sind eine tolle Möglichkeit, sich direkt mit den Lesern auszutauschen. So bin ich auf das Portal whatchareadin.de (WR) gekommen. Nachdem ich nun meine erste Leserunde zu „Schattenlicht“ abgehalten habe, möchte ich Euch darüber berichten. Von der technischen Seite her ist whatchareadin.de dem Mitbewerber LB um Längen voraus. Das Einladen der Leser über Twitter und Facebook ist perfekt. Die Aufteilung der einzelnen Leseabschnitte sowie die Einstellungen, wann man über neue Nachrichten informiert werden will, funktionieren einwandfrei. Natürlich, das steht nicht in Frage, hatten ich und auch einige Leser, die das Portal zum ersten
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