Wenn der Karren im Dreck steckt

Wenn der Karren im Dreck steckt

Wenn der Karren im Dreck steckt

Nun bin ich schon seit vielen Jahren auf den verschiedenen Sozialen Netzwerken aktiv. Immer schon gab es heftige Diskussionen, egal ob über Politik, über Bücher oder sonst etwas debattiert wurde.

Doch seit der Flüchtlingskrise ist der Ton schärfer geworden. Es gibt eigentlich nur noch extreme Positionen. Entweder faucht der rechte Flügel der Nation oder der linke Flügel. Ich hab’ das Gefühl, dass die wenigsten aus unserem Volk noch ihren Kopf verwenden. Genau das wollen radikale Kräfte doch. Ob das nun Parteien sind, die Zulauf bekommen und die Situation, dass wir ohne selbst zu Denken hetzen, ausnutzen. Oder ob es andere Organisationen sind, die eigentlich genau aus diesem Zustand ihren Nutzen ziehen.

Aber was machen unsere Politiker? Sie bereiten den Feldzug gegen den sogenannten Islamischen Staat (IS) vor. Unsere Politiker erhalten ihre Legitimation durch die Wahl, also durch das Volk. Anstatt zu schlichten, wird die momentane Situation schamlos ausgenutzt. Ich habe keinen Politiker gewählt, damit er Deutschland in einen Krieg führt, ich habe ihn gewählt um Kriege zu verhindern.

Meine Einstellung zu der Flüchtlingsproblematik ist bekannt. Wir stehen als Europa in der Verantwortung, Menschen, die vor dem IS flüchten, Menschen, die verfolgt werden, aufzunehmen. Das darf aber nicht allein die Aufgabe Deutschlands sein, es muss eine europäische Aufgabe sein. Ich bin zutiefst enttäuscht wie viele osteuropäische Länder, allen voran Polen und Ungarn, sich aus ihrer Verantwortung stehlen. Nach Polen und Ungarn sind Milliarden an EU-Geldern für den wirtschaftlichen Aufbau geflossen. Es ist schlichtweg das Prinzip der Solidarität, dass diese Länder genauso Flüchtlinge aufnehmen wie Deutschland. Länder, die das Prinzip Europa nicht verstehen wollen, haben auch nichts in der EU zu suchen. Natürlich sind es nicht die Völker Ungarns oder Polens, die das entscheiden, aber sie haben ihre Politiker demokratisch gewählt; dann müssen diese Länder eben zu spüren bekommen, was passiert, wenn man Nationalisten an die Macht lässt.

Wo kommen wir hin, wo kommt Europa hin, wenn sich jeder nur das heraussucht, was ihm gerade passt. Und natürlich ist es die verdammte Pflicht unserer Politiker, die Menschen, die vor einer Islamisierung unseres Landes Angst haben, mit ins Boot zu holen und Ihnen Europa zu erklären.
Nur weil jemand vor einer anderen Kultur Angst hat, ist er noch kein Nazi, davon bin ich überzeugt.
Aber, und das steht außer Frage, wir haben in Deutschland ein Problem mit Nationalisten. Zwar sind es eigentlich Lachnummern, die gewisse AfD-Funktionäre abziehen, aber es kommt beim Volk an. Geschickt nutzt diese neue Generation von Nazis die Terroranschläge in Paris zu ihren Gunsten. Sie erklären in aller Öffentlichkeit, der Terror käme über die Flüchtlingswege zu uns.
Wie naiv muss man sein, das zu glauben?

Die Terroristen kommen ebenso über den normalen Luftweg mit gefälschten Pässen. Abgesehen davon lebten die meisten Terroristen in Belgien.

Und was mich enorm stört ist diese doppelt Moral unserer Politiker. Nach Saudi Arabien werden Waffenexporte genehmigt ohne Ende. Die Saudis werden fürstlich empfangen, Fakt ist aber, dass in Saudi Arabien wöchentlich Menschen auf bestialische Weise hingerichtet werden. Dass Frauen als minderwertige und unreine Geschöpfe angesehen werden. Es finden sogar Christen-Schächtungen statt, die nichts anderes sind als Ritualmorde. (Das Buch zu diesem Thema erscheint bald.) Dort in Saudi Arabien steckt die Wurzel des Terrorismus’.

Doch unsere Politiker haben weder das Charisma, noch den Arsch in der Hose, hier klare Verhältnisse zu schaffen. Da wird scheinheilig öffentlich posaunt, dass der Islamische Staat finanziell ausgetrocknet werden solle, aber in Wahrheit finanzieren die Saudis die mörderische Maschinerie des IS.

Und jetzt führt uns die deutsche Regierung in einen Krieg im Nahen Osten. Ob man Aufklärungsflugzeuge einsetzt, die dann die zu bombardierenden Ziele den Amerikanern und Franzosen mitteilen, oder gleich selber bombt, kommt auf das Gleiche heraus. Anscheinend hat niemand aus der Geschichte gelernt. Weder im Irak, noch in Syrien, noch in Afghanistan war ein einziger Krieg erfolgreich. Jeder dieser Kriege hat mehr Tote gebracht, mehr Elend, mehr Not als je zuvor.

Wo sind eigentlich die ganzen Pazifisten in unserem Land geblieben? Die Hunderttausende, die früher für Frieden auf die Straße gegangen sind? Gewalt erzeugt Gegengewalt, dieser Grundsatz stimmt immer.

Wie geht’s nun weiter?

Ich weiß es nicht. Ich möchte jedenfalls keine deutsche Beteiligung an irgendeinem Krieg. Unsere Geschichte verpflichtet uns. Ich möchte Politiker, die mit dem notwendigen Charisma nicht spalten, sondern unser Volk einen. Die Mut zu Veränderungen haben. Die Menschen, die Angst haben, abholen und mitnehmen. Ich möchte ein friedliches Miteinander der Kulturen in unserem Land. Dass wir in Deutschland nicht alle Flüchtlinge aufnehmen können, sagt einem der normale Menschenverstand. Eine Begrenzung ist schon deshalb notwendig um denen, die bereits gekommen sind, eine Integration anbieten und ermöglichen zu können. Unsere europäischen Nachbarn, die ihre nationalistischen Parteien an die Macht gewählt haben, müssen spüren, dass es so nicht geht. Wer nicht mit Europa geht, soll raus aus der EU. Wir kommen gut auch ohne Ungarn und Polen in der EU aus. Es zeigt sich, dass die Osterweiterung nur auf dem Papier ausgereift war, aber nicht in den Köpfen der Menschen.

Besonders verwerflich finde ich, dass solche Länder, oder auch der Osten Deutschlands, die Jahrzehnte ihrer Freiheit beraubt waren, diejenigen sind, die am lautesten schreien gegen Flüchtlinge.

Eigentlich, das sagt mein Menschenverstand, müsste aus diesen Regionen am meisten Verständnis kommen.

Tschüss, Buchhändler

Tschüss, Buchhändler

18 .Oktober 2015
BuchDeals

Der Deal

15. Dezember 2015
Martin Bühler

Martin Bühler

Mein Lebensmotto war und ist: Das Leben schreibt die interessantesten Storys.

Ein Kommentar zu “Wenn der Karren im Dreck steckt

  1. Anscheinend bildet sich genau dieselbe Hurrafraktion wie in den 30er Jahren. Ich bin nur noch fassungslos wie unsere Politiker handeln. Es geht denen nur noch um Macht und Wachstum, weil es ja uns wieder zugute kommt.
    Darüber werden wir uns leider nur noch totlachen können.

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