14. September 2013

Der erste Dritte im Bund:

Ich war überrascht, als ich von Carolines Sohn, er heißt Stefan, eine Freundschaftsanfrage per Facebook erhielt. Eigentlich gehöre ich zu den Menschen, die über Facebook nicht zu viel Privates schreiben. Doch kurz nach der Freundschaftsanfrage kam auch sofort die erste Nachricht von ihm.
Er stellte sich vor, es war fast wie ein Bewerbungsgespäch. Danach schrieben wir fast eine Stunde über das Vorhaben seiner Mutter. Nach kurzer Zeit meinte er, dass er gerne dabei sein möchte.
Mir stockte schon allein bei dem Gedanken der Atem. Darf man einen Jugendlichen beim gewollten Tod der eigenen Mutter zusehen lassen ? Ich weiß es nicht … Hat er als Sohn vielleicht sogar ein Recht drauf? Ich bin völlig verwirrt … Das Projekt Sterben nimmt immer mehr Platz ein in meinem Kopf ein. Es zieht mich in einem unbeschreiblichen Maß in einen Bann, den ich selbst nicht beschreiben kann.
Wer entscheidet, ob ein 11-jähriger Junge seine Mutter beim Sterben begleiten darf ?
Wer verantwortet es?  Nein, nein, ich nicht.
Ich habe ihm geschrieben, dass ich darüber nachdenken muss. Ich kann diese Entscheidung nicht einfach so treffen.
Mein Plan für den Ablauf von Carolines letzten Stunden kommt ins Wanken.
Ich werde mir eine Psychologin zur Unterstützung suchen, ich kann das nicht entscheiden. Zumindest möchte ich jemanden haben, der mir erklären kann, welche Auswirkungen das Erleben des Todes auf einen pubertierenden 11-Jährigem haben kann.
Jetzt suche ich einen Geistlichen, um zu erfahren, warum die Kirche eine so ablehnende Einstellung gegen den Freitod hat, und ich suche eine Psychologin, die entscheidest, ob ein 11-Jähriger den Freitod seiner Mutter erleben darf.

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Martin Bühler

Martin Bühler

Mein Lebensmotto war und ist: Das Leben schreibt die interessantesten Storys.

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